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Fledermäuse - Kobolde der Nacht
Jetzt im Frühjahr ist es wieder soweit. Endlich sieht man sie am Abendhimmel, die "Kobolde der Nacht": Fledermäuse. In Deutschland gibt es 21 verschiedene Fledermaus-Arten. Fledermäuse sind die einzigen fliegenden Säugetiere auf der Erde. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten. In einer Nacht frisst eine Fledermaus ca. 4000 Mücken und ist daher ein nützliches Säugetier.
Früher meinten viele Menschen, dass Fledermäuse Blutsauger seien und wurden daher mit Vampiren in Verbindung gebracht und bekämpft. Doch das stimmt nicht. Weltweit gibt es zwar drei Arten von Fledermäusen, die sich von Blut ernähren, aber nicht von menschlichem Blut, sondern sie fliegen an Rinder heran und "zapfen" deren Blut aus ihrer Halsschlagader. Die Rinder empfinden das so wie die Menschen einen Mückenstich. Fledermäuse sind also völlig ungefährlich.
Die kleinste einheimische Art nennt sich Zwergfledermaus. Sie hat eine Flügelspannweite von gerade mal 20 cm. Die größte einheimische Fledermausart ist das "Große Mausohr" mit einer Flügelspannweite von cirka 40 cm. Fledermäuse überwintern in Stollen oder Höhlen. Dort hängen sie mit ihrem Kopf nach unten an Felsvorsprüngen. Während des Winterschlafes fahren sie ihre Körperfunktionen weit zurück, um in der Kälte nicht unnötig Energie zu verbrauchen. So schlägt ihr Herz nur wenige Male in der Minute. Im Sommer leben Fledermäuse in ihren Sommerquartieren wie z.B. Baumhöhlen. Doch ist das von Art zu Art unterschiedlich. Zwergfledermäuse halten sich z.B. gerne in Häusernähe auf und leben dort in Rollladenkästen oder Verschalungen. Auch werden Scheunendachböden gerne als Sommerquartier benutzt. In diesen Fledermausunterkünften findet man häufig richtige Kolonien. Da kann es schon mal sein dass in einem gewöhnlichen Rollladenkasten 60-80 Zwergfledermäuse unterkommen. Tagsüber kann der Ungeübte Fledermaus- Vorkommen bei sich nicht auf Anhieb erkennen. Ihre Kotspuren sind ein wichtiges Zeichen für ihr Vorhandensein. Der Kot sieht aus wie gewöhnlicher Mäusekot, doch ist der der Fledermaus trocken und enthält Reste von Insekten.
In der Abenddämmerung kann man die Fledermäuse am besten beobachten. Kurz nach Sonnenuntergang verlassen sie ihren Unterschlupf und gehen auf Jagd. Wir Menschen können die Schreie der Fledermäuse nur mit technischer Hilfe hören. Die Tiere orientieren sich per Echolot, einer Art Ultraschall. Wenn die Fledermaus ihre Rufe ausstößt treffen diese auf ein Hindernis und kommen zurück zur Fledermaus. Dadurch orientiert sich die Fledermaus blitzschnell und umfliegt das Hindernis. Durch das ständige Rufen und die unterschiedlichen Rückstöße unterscheiden die Tiere zwischen Nahrung und Hindernis. Wir Menschen können die Rufe mit Hilfe eines Bat-Detektors einfangen und für uns hörbar machen. Man hört dann wo sich die Fledermaus gerade befindet und kann sie mit ein bisschen Glück und Hilfe einer Taschenlampe beobachten. Am leichtesten geht das über der Wasseroberfläche eines Sees. Dort fliegen ganz knapp Wasserfledermäuse über die Wasseroberfläche und jagen Insekten. Unter Strassen Laternen kann man gut Zwergfledermäuse beobachten. Wenn es morgens wieder hell wird fliegen die Fledermäuse zurück in ihr Quartier und ruhen sich tagsüber dort aus, bevor es in der Nacht erneut auf Jagd geht.
Schutzmassnahmen:
Schützen Sie die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse!
- Schaffen Sie einen naturnahen Garten ohne Gift!
- Helfen Sie mit, eine strukturreiche Landschaft zu erhalten.
Schützen Sie die Quartiere der Fledermäuse!
- Keine Störung beim Winterschlaf oder am Sommerhangplatz
- Keine Verwendung von giftigen Holzschutzmitteln am Haus
- Öffnung des Daches durch "Fledermausziegel" oder Einfluglöcher
- Anbringung von Fledermausbrettern an der Hauswand für Spaltenbewohner
- Erhalt höhlenreicher Bäume in Wald und Feld
- Erhaltung und Sicherung von Gewölbe- und Felsenkellern als Winterquartier
Melden Sie Fledermausvorkommen und Quartiere, verletzte und tote Tiere.
Wer mehr über Fledermäuse erfahren will oder helfen sie schützen meldet sich bei Korbach@NAJU-Hessen.de.

Wer mehr über den grössten Jugendverein im Naturschutz Deutschlands wissen will:

Jonas Behle
Oststrasse 38
34497 Korbach
05631/3614
JonasBehle@t-online.de
Oder
Korbach@NAJU-Hessen.de
Erstellt von der NAJU Waldeck Frankenberg
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